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Bayern gegen "Preißn"
19.11.2009

Bayern gegen "Preißn"

Ihr jüngstes Filmprojekt "Der Blaue" hat der Chiemgauer Amateurfilmgruppe "SR-Pictures" um den 19-jährigen Priener Andreas Schmidbauer beim Videowettbewerb "Camgaroo Award" in München den zweiten Platz eingebracht (wir berichteten). Die Dreharbeiten für den nächsten Film "Herrschaft Zeitn" seien schon weit fortgeschritten, so Schmidbauer gegenüber der Chiemgau-Zeitung.

Foto: Mit groer Leidenschaft steht Andreas Schmidbauer seit Jahren hinter und vor der Kamera. Foto re
Foto: Mit groer Leidenschaft steht Andreas Schmidbauer seit Jahren hinter und vor der Kamera. Foto re

Prien - Gemeinsam mit seiner Schwester Tanja und seinem Cousin Thomas hat Andreas Schmidbauer 2003 damit begonnen, kleine Filme zu drehen. Als ihm seine Oma zu Weihnachten eine neue Kamera schenkte, ließ ihn die Filmerei nicht mehr los. Inspiriert von der ZDF-Sendereihe "Rosenheim-Cops", so Schmidbauer, "habe ich schon bald Krimis geschrieben und auch verfilmt". Darüber hinaus nahm sein Chiemgauer Amateurfilm-Team "SR-Pictures" in den vergangenen Jahren erfolgreich an verschiedenen Internetwettbewerben teil. Neben dem Filmemachen sei der Fußballsport sein großes Hobby. "Bis letztes Jahr spielte ich aktiv in der Jugend des TuS", erzählte der 19-jährige Priener.

Zuletzt errangen Schmidbauer und Co. beim "Camgaroo Award" in München mit ihrem vierminütigen Kurzfilm "Der Blaue" den zweiten Platz in der Altersklasse der 18- bis 26-Jährigen. Das vorgegebene Thema hatte "video meets cinema" geheißen. Nach diesem Erfolg beim "Oscar der Hobbyfilmer" hofft man nun auch Ende November beim Oberbayerischen Jugendfilmpreis in Neuburg an der Donau ausgezeichnet zu werden.

Schmidbauer zufolge hatte Darsteller Maurice Back die zündende Idee, die Mafia-Thematik aus dem Filmklassiker "Der Pate" in die oberbayerische Kultur zu übertragen. Er selbst habe daraufhin das Drehbuch zur preisgekrönten Mafia-Komödie "Der Blaue" geschrieben. "Seit Juli war ich dann als Regisseur, Darsteller und Kameramann tätig und auch für den Schnitt verantwortlich", sagte Schmidbauer. "Mia vo da boarischn Mafia", wie sich Schmidbauer und Co. im Film nennen, starten einen großangelegten Rachefeldzug gegen die "Preißn", nachdem diese ihre große Identifikationsfigur ermordet hatten. Die Kultur- und Mentalitätsunterschiede zwischen Bayern und "Preißn" werden im Film humoristisch aufs Korn genommen. Drehorte waren Hemhof (Brandlwirt), Urschalling (Meßnerstubn), Bad Endorf (Cucina S), Breitbrunn, Gstadt, Antwort und Hittenkirchen. Die Musik wurde von der Blaskapelle Bad Endorf sowie von Benedikt Keller - zugleich einer der Darsteller - am Klavier eingespielt. Neben einer Camgaroo-Award-Urkunde erhielt man als Sachpreis unter anderem eine Unterwasserkamera.

Zeit zum Verschnaufen gönnt sich die ehrgeizige Filmgruppe nicht, denn derzeit laufen die Dreharbeiten zum neuen Film "Herrschaft Zeitn" schon auf Hochtouren. "Bereits in den ersten abgedrehten Episoden kamen über 25 Darsteller zum Einsatz", teilte Schmidbauer mit. Der Film soll 2010 erscheinen. Mit diesem Projekt lasse man das Kurzfilm-Genre bewusst hinter sich, der "Lederhosen-Mafia-Thematik bleiben wir aber, wenn auch mit deutlich weniger Gewalt, treu", fügte Schmidbauer an.

Schon viel gelernt

Bei diversen Praktika in der Film- und Fernsehbranche, unter anderem beim deutschen Kameramann Rainer Gutjahr, sammelte Schmidbauer bereits wertvolle Praxiserfahrung. Auch den Doku-Filmer Gogol Lobmayr aus Gstadt und den deutschen Filmregisseur Marco Kreuzpaintner lernte er schon kennen. Von ihnen hoffe er auch in Zukunft noch viel lernen zu können, so der junge Priener.

Aufbauend auf seine bisherige filmerische Tätigkeit möchte der 19-jährige Abiturient vom Priener Ludwig-Thoma-Gymnasium im Herbst 2010 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München ein Studium mit den Schwerpunkten Regie und Kamera aufnehmen - er beabsichtige nämlich, sein Hobby zum Beruf zu machen, so Schmidbauer.